Ziele für nachhaltige Entwicklung – oder: Tu, was du willst

Ideen zu Plänen zu Papierkorb

Kennst Blog-Banner Ziele für nachhaltige Entwicklungdu das? Du hast eine Idee, die du in aller Bescheidenheit genial findest. Oder zumindest ganz interessant. Du hast ohnehin sehr viel zu tun, aber diese Idee erscheint dir wichtig und Arbeit darf ja auch Spaß machen. Ja, manchmal wird es ein bisschen viel. Dann bleiben Dinge liegen. Und nicht alles, was du tust, bringt unmittelbar Geld in die Kasse. Also: Du hast eine Idee, aus der Idee wird ein Plan und du legst los. Dann kommt jemand. Jemand, dessen Meinung dir wichtig ist. Jemand, der viel kann und weiß. Bestimmt mehr als du selbst. Und sagt: „Warum machst du das? Das ist doch …!“ (Setz da irgendwas ein: zu viel, zu groß, zu blöd, zu klein, unrentabel – irgendwas.) Du stutzt, hältst inne. Und wendest dich Anderem zu: Du hast ja ohnehin sehr viel zu tun.

Klar, ich spreche von mir selbst. Mir ist das genau so ergangen. Mit meinem Plan, die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) für kleine Unternehmen fruchtbar zu machen. Ich hatte angefangen, war begeistert und sprach mit einem erfahrenen Unternehmer und Unternehmensberater. Einem der am besten vernetzten Menschen dieses Planeten. Ständig in den Medien, wahnsinnig erfolgreich, erfahren in Finanzen und Unternehmertum. Und sagte: „Warum machst du das? Das ist doch viel zu groß! Du musst dich stärker fokussieren! Nimm nur eines der Ziele und davon nur einen kleinen Teil.“

Als wir unser Telefonat beendet hatten, starrte ich auf meine Pinnwand, auf der die nächsten beiden Ziele mit Stichworten versehen auf die Bearbeitung warteten. Irgendwie fühlte ich mich kraftvoll und dynamisch wie ein nasser Waschlappen. Einige Tage später wischte ich die Stichworte weg und ersetzte sie durch ein Wort: FOKUS!

Und seither? Die Dynamik war fort. Die Ziele finde ich nach wie vor attraktiv. Auch die Überlegungen, wie diese Dinge umzusetzen sind. Aber ich mochte nicht mehr drangehen. Es erschien mir sinnlos: zu groß, zu unfokussiert.

Was hat sich geändert?

Nicht viel hat sich in meinem Leben geändert – ich habe eher mehr als weniger zu tun. Corona hat zwar einige Aspekte des Lebens verlangsamt, aber die Arbeit ist wahrlich nicht weniger geworden. Doch spätestens seit ich im Rahmen meines Ehrenamts im Verleger-Ausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mit den SDG wieder in Kontakt gekommen bin, bin ich wieder elektrisiert! Die Vereinten Nationen sind – leider – in dieser Welt vergleichsweise machtlos, doch ich bewundere sie als Organisation, als Ausdruck des Friedenswillens der Völker nach den Gräueln der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und als eine der wenigen globalen Organisationen, die das Zeug haben, unsere Welt zu retten. Die SDGs haben mich begeistert, seit ich das erste Mal zufällig und zwei Jahre nach ihrer Verabschiedung (!) darüber gestolpert bin. Und mein Wunsch, sie für den unternehmerischen Alltag fruchtbar zu machen, ist weiterhin vorhanden – unabhängig fundierten Ratschlägen fähiger Menschen, mich doch besser zu fokussieren.

Mein Freund hat recht, was den Fokus angeht – keine Frage! Es ist wichtig, sich nicht zu verzetteln, nicht zu versuchen, Hans-Dampf in allen Gassen zu sein. Doch es gibt Herzensprojekte und die dürfen ebenfalls laufen, wenn und solange sie die Hauptaufgaben nicht gefährden.

Das Problem mit den Ablenkungen

Eine enge Freundin von mir hatte immer schon ein sehr großes Herz. Und sie hatte ein kleines Unternehmen, in dem sie mit einer Aushilfe tätig war. Die Einnahmen liefen eher schlecht als recht. Sie achtete gut auf ihre Work-Life-Balance, beendete ihren Arbeitstag regelmäßig am frühen Nachmittag, um sich um Mann und Kind kümmern zu können. Und es geschahen Dinge im Außen: die furchtbare Entführung der Schulmädchen in Nigeria; ein heftiger Mobbing-Vorfall an der Schule ihres Kindes; Netzwerke, die sie um Unterstützung baten – um nur ein paar Wenige zu nennen. Und jedes dieser Ereignisse beeinflusste sie stark und gab ihr den Impuls „etwas zu tun“. Jedes Mal engagierte sie sich mit Haut und Haaren und viel, viel Zeit.

Ich habe das immer bewundert. Und ich habe mich gewundert. Ich habe mich über die kurzen Arbeitstage im Aufbau eines Unternehmens gewundert. Und darüber, dass während dieser kurzen Arbeitstage noch Zeit blieb, diese Projekte voranzutreiben. Ich hätte das niemals geschafft. In den ersten grob zehn Jahren des Unternehmensaufbaus habe ich kaum etwas anderes gemacht – mal abgesehen vom Wichtigsten in meinem Leben: Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, im Austausch und in Bewegung.

Mittlerweile habe ich ein Team und viele meiner ursprünglichen Aufgaben konnte ich übergeben. Ich habe nach wie vor viele Aufgaben, halte Kontakt zu unseren Autoren, zu Kunden, Partnern und nehme repräsentative Aufgaben wahr – aber meine Tage sind nicht mehr von morgens bis abends mit der gleichen Dringlichkeit gefüllt. Und deshalb erlaube ich mir den Luxus, meinen Fokus etwas zu verbreitern. Schließlich sind Partnerschaftlichkeit und nachhaltiges Wirtschaften auch wichtige Anliegen meiner Unternehmen.

Die meisten der 17 SDGs spiegeln wider, was mir wichtig ist. Sie unterstreichen Werte, für die ich stehe. Sie machen sichtbar, was ich für unabdingbar halte. Somit sind sie Bestandteil meiner Hauptaufgabe und Herzensprojekt in einem.

Fokus

Unser Fokus im Verlag Barbara Budrich (VBB) lag und liegt darauf, „unsere“ Wissenschaftsdisziplinen mit in die Verantwortung zu nehmen für den Zustand unserer Gesellschaft, unserer Welt. Das ist der Grund, warum wir uns bei VBB fachlich unter anderem auf „Rechtsextremismusforschung“ konzentrieren, auf „Migrationsforschung“, auf Fragen der Ungleichheit, Bildung, Erziehung, Inklusion, Teilhabe usw. Viele Themen, die auch in den SDG aufleuchten.

Im Verlagsimprint Inspirited ist unser Ziel, die Eigenverantwortung von (Klein)Unternehmerinnen und Unternehmern zu stärken und ihnen Tools an die Hand zu geben, die sie erfolgreicher mitmischen lassen. Auch hier gibt es Berührungspunkte mit den SDG.

Weil mir solche Fragen – gesamtgesellschaftlich, global, aber auch lokal, im eigenen Betrieb und der eigenen Familie – wichtig sind, habe ich beschlossen, meine Reihe zu den SDG nun endlich fortzusetzen. Und ich hoffe auf dein Interesse, deine Unterstützung und dein Mittun!


Mehr zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung findest du in folgenden Blog-Beiträgen:

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