Die richtigen Dinge sein lassen: Die Not-To-Do-Liste

Die Not-to-do-Liste

Während wir intensiv an unserer To-Do-Liste arbeiten, sollten wir nicht vergessen, dass es beinahe noch wichtiger ist, Dinge nicht zu tun! Viele Dinge, die uns im Alltag wieder und wieder begegnen, sind unwichtig und vollkommen überflüssig. Wir können sie komplett aus unserem Leben streichen. Manche Dinge können wir gut an andere Menschen delegieren. Und wieder andere Dinge können wir so automatisieren, dass wir jedes Mal viel weniger Zeit dafür brauchen.

Was ich gestrichen habe – ein Beispiel

Dauernde Verfügbarkeit ist in der heutigen Zeit – vor allem für Unternehmer*innen und Selbstständige aber auch für Wissenschaftler*innen – offenbar ein Muss. Bin ich nicht verfügbar, geht die Welt unter, so der häufig vertretene Glaubenssatz zum Thema.

Ich habe dies aus meinem Repertoire ersatzlos gestrichen. Ich gehe nicht ans Telefon, wenn ich keine Zeit habe. Ich bearbeite meine eMails zeitnah, aber nicht am laufenden Band. Es gibt viele Veranstaltungen, bei denen ich gern dabei wäre – und viele finden ohne mich statt, weil ich Prioritäten setze. So spart mir das ersatzlose Streichen von Dingen und Aktivitäten enorm viel Zeit und vor allem Stress.

Was ich automatisiert habe – ein Beispiel

Finanzen sind – neben dem Schreiben und Publizieren – eines meiner Themen; existenziell als Unternehmerin, aber natürlich nicht nur für mich. Lange Jahre habe ich mich schwergetan damit, Rücklagen aufzubauen, sowohl privat als auch im Unternehmen. Nicht erst seit ich „Geld kann jeder“ geschrieben oder „Profit First“ übersetzt und veröffentlicht habe, habe ich ein Großteil des Sparens automatisiert. Wie jede*r erfährt, der oder die vermögenswirksame Leistungen bezieht, ist es leicht, Geld auf Seite zu legen, wenn man gar nicht die Chance hat, es auszugeben. Ist das Geld erst einmal auf dem gewöhnlichen Girokonto angelangt, fällt es schwer, es nicht anzutasten. Deshalb ist es beinahe unmöglich, das zu sparen, was am Monatsende übrig ist. Und viel besser, ein Fixum oder einen Prozentsatz unmittelbar und per Dauerauftrag wegzuschaffen: aus den Augen, aus dem Sinn.

Durch dieses Automatisieren habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ich muss nicht jedes Mal daran denken (und vergessen…), Geld auf Seite zu legen, sodass ich Zeit spare. Und ich baue trotzdem Rücklagen auf. Was enorm entspannt.

Was ich delegiert habe – ein Beispiel

Jahrzehntelang habe ich als Lektorin gearbeitet. Ich habe Projekte „erfunden“, ich habe Autor*innen und Herausgeber*innen angesprochen. Ich habe Projekte beurteilt, neue Ideen diskutiert. Das macht mir bis heute riesigen Spaß. Doch leiste ich mir heute nur noch ganz wenige Projekte in Eigenregie: Ich bin aus dem Lektorat raus. Ich habe diese zentrale und enorm wichtige Verlagsaufgabe an mein Lektoratsteam übergeben – handverlesene, hervorragende Mitarbeiter*innen – und mische nur dann mit, wenn mein Input einen echten Mehrwert hat.

Was ich mache

Seit ich einige Dinge und Aktivitäten gestrichen, automatisiert und übergeben habe, sind meine Aufgaben nicht weniger geworden. Ich konzentriere mich jedoch stärker. Ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich kann, die mir leicht fallen und die für das bedeutsam sind, was mir wichtig ist im Leben.

Und ich setze mich regelmäßig hin, um zu prüfen, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Denn wie die Wildkräuter im Garten, so setzt sich auch in meinem Alltag immer mal wieder Wildwuchs durch – und ich schaue mir an, ob mir das gefällt oder nicht.

Die Not-to-do-Liste: eine kleine Handreichung zum Thema.

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