Steven Wilkinson: Führung als Dienst am Menschen – Rahmenbedingungen für gutes Wirtschaften

Wie versprochen folgt hier die Zusammenfassung der Keynote von Steven Wilkinson über Führungshaltung, gutes und erfolgreiches Wirtschaften, aber auch irgendwie über Gott und die Welt.

 

Steven KeynoteSteven kann Geschichten erzählen. Und wie. Dass wir die Perfektion in anderen Menschen (und erst recht nicht in uns selbst!) finden, aber dennoch Talente erahnen dürfen, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind, das hat er uns anhand einer farbenfroh ausgeschmückten Zeitreise in seine persönliche Vergangenheit veranschaulicht:
Als er noch ein Kind war, hat seine Familie regelmäßig Urlaube  zum Skifahren in die Berge Südtirols unternommen. Dort gab es einen merkwürdig aussehenden Mann, mit einem düsteren Mantel und einem verkrüppelten Arm, der Punktekarten für Seilbahnfarten und Ähnliches verkaufte. Wie auch die anderen Kinder machte der junge Steven sich eine Freude daraus, ihn zu hänseln. Doch eines Tages hörte er eben diesen Mann ein Opernstück pfeifen. Und zwar in einer derart schönen und mitreißenden Art und Weise, dass er selbst 20 Jahre danach sich an diese Situation erinnerte.
Seither fragt Steven sich, wenn er einem Menschen begegnet: „Was kann dieser Mensch, was ich nicht sehe?“ Eine Schlüsselfrage, die ihn zudem zu seiner Haltung in der Unternehmensführung gebracht hat.

 

Großartige Talente, die in der oberflächlichen Begegnung, in der ersten Wahrnehmung verborgen bleiben, kommen allerdings nicht von ungefähr. Sie bilden die Eigenschaften von erfolgreichen, jungen Menschen, die von Kindesalter an eine ganz bestimmte Führung und Erziehung genossen haben. Sie sind aufgewachsen in Haushalten mit strikten Sozial- und Familienregeln und einem Minimum an virtuellen Medien wie Playstations oder Fernsehen. Zugleich herrschte in diesen Haushalten allerdings auch eine Atmosphäre der freien Gestaltung und Experimentierfreude. In der Zeit ihrer schulischen, studentischen oder beruflichen Ausbildung gab es zudem großzügige Mentoren, herausragende Lehrer, Professoren oder Vorgesetzte, die die Mitarbeit in interdisziplinären Projekten und Prozessen in einem frühren Stadium ermöglichten. Diese Faktoren, sagt Steven, sind die Gemeinsamkeiten von Menschen, die mit einem Alter von unter 35 Jahren bereits sehr erfolgreich sind.

 

Den Gedanken der „richtigen“ Erziehung zu maximaler Potenzialentfaltung bezieht er damit auch auf Unternehmensführung: Das „innere Lied“, sprich, seine Talente zu erkennen und sich auch trauen, diese zu zeigen, erfordert nicht nur Mut, sondern auch eine Umgebung und Erziehung, die Experimentierfreudigkeit fördern, weshalb „most people die with their song unsong inside them“. Im nächsten Schritt gelte es, aus diesem Talent einen Nutzen zu stiften: „Wenn ich mein Lied gefunden habe und damit Nutzen stifte, wird mich die Gemeinschaft immer tragen. Ich muss mich nie um mein Auskommen sorgen, wenn ich diene“. Dies impliziert natürlich einen strategischem Umgang mit dem eigenen Lied! Eine solche Haltung kann mitunter zum Unternehmertum führen, der eine Finanzintelligenz allerdings unabdingbar ist; In der Wirtschaft besteht eine Ungleichheit, in der 1% das meiste Geld haben, und die restlichen 99% haben fast keins. Finanzielle Unabhängigkeit ist vor allem nur dann möglich, wenn man lernt und versteht, welche Regeln die 1% befolgen.

Sein eigenes Potenzial zu entdecken und zu entfalten, es für einen strategischen Nutzen und Zweck einsetzen und das System und die Kunst hinter dem Umgang mit Geld zu verstehen, ist demnach das oberste Ziel – nicht nur in der Kindereziehung, sondern auch in der Unternehmensführung.

 

Steven selbst ist gelernter Kapitalist. Dabei versteht er sich als Investment Künstler. Und er arbeitet bevorzugt mit Spezialisten und Unternehmern zusammen, die er in Verbindung mit seinem Wissen zu Finanz-Experten machen kann. Die „Small Giants“, die bereits im Vortrag von Kerstin Friedrich vorgestellt worden sind, haben es ihm deshalb besonders angetan. Denn sie zeichnen sich durch fünf Merkmale aus:

 

1. Small Giants erfüllen eine Mission – für den Kunden. Sie fragen nach dem Sinn ihrer Existenz und nach dem Auftrag, den sie zu erfüllen gedenken.
2. Sie haben eine große Vision, ein konkretes Ziel für die Zukunft. Sie praktizieren aktives Visioning.
3. Sie haben eine Wertekultur die aktiv geteilt wird, sodass alle Entscheidungen an einem authentischen Wertekatalog referenziert wird
4. Schonungslose Transparenz und Freiräume für die Mitarbeiter .
5. Einbettung in der physischen Gemeinschaft. Einen Sinn über den Marktsinn, mit dem das Unternehmen verwurzelt ist. Eine Anbindung an die lokale Gemeinschaft.

 

 Die Existenz der Firmen (siehe Punkt 1) ist nicht nur durch die Frage nach dem Sinn mit lebendigen Denk- und Verhaltensmuster verknüpft –
P1050401 Firmen haben exakt die gleiche Lebensrate wie alle anderen Lebewesen in schwierigen Phasen in den ersten Jahren. Im Durchschnitt werden Firmen 32 Jahre alt (natürlich gibt es auch solche, die hunderte, wenn nicht gar tausende von Jahren alt werden), aber nur 20% der Firmen erreicht das zarte Alter von 10 Jahren.
Diese Parallele zeige uns: Firmen sind lebendige Organismen. Sie haben einen einzigen Zweck, und der ist das Überleben. Sie sichern sich durch Adaption, sie verarbeiten externe Informationen und nutzen diese, um ihr Verhalten danach auszurichten. Eine Firma, die als Effizienzmaschine verstanden wird, die wie eine Legehenne in der Batterie zum simplen Funktionieren reduziert wird, geht unter.

Was ist demnach eine „gute“ Führung?

Es ist die Kombination all dessen. Das Verständnis vom „inneren Lied“, das jeder Mensch in sich trägt. Das daraus resultierende Potenzial, das gezielt gefördert und genutzt werden kann. Das Verständnis von Firmen als lebendige Organismen, sowie das Verstehen und Beherrschen des Finanzsystems, gepaart mit „small giants, also mit Menschen, die wirklich etwas an Firmen- und Wertekulturen verändern wollen.

Zu guter letzt ist es eine ganz persönliche Haltung aus Demut, Liebe und Dienen: Demut, um aus Fehlern zu lernen und Veränderung als dauerhaften Prozess als Adaptionsfähigkeit tief zu verankern. Liebe, um sich den Respekt vor jedem Einzelnen zu bewahren. Die dienende Haltung kommt nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch der Organisation als Ganzes zugute.

 

 

(Dies ist eine Zusammenfassung des mündlichen Vortrags von Steven Wilkinson, verfasst durch Christian Wenzel)

Christian Wenzel

 

Christian Wenzel ist Wirtschaftstrainer, Inhaber der Agentur “digital branding” und Online-Marketing-Experte. Als Trainer und Vortragsredner, inspiriert er Inhaber und Unternehmer kleinerer und mittlerer Betriebe sowie Selbstständige in den Themen Internet Marketing und Social Media und hilft Ihnen mit seiner Agentur ebenfalls Ihre Auftragslage zu erhöhen.

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