… für die Zukunft zu wenig

Kleinunternehmer nach §19 UStG: Mein Rat #2 für die Selbstständigkeit auf kleinem Fuß

Mein Rat #1 zur Selbstständigkeit auf kleinem Fuß lautete: Bleibe nicht Kleinunternehmer nach §19 UStG. Denn 17.500 Euro Umsatz pro Jahr sind zu wenig, um als AlleinverdienerIn gut zu leben – und, wie wir heute sehen werden, zu wenig, um gut für die Zukunft vorzusorgen.

Ein Ehemann ist keine Altersvorsorge

… eine Ehefrau natürlich auch nicht. Als ich dies mal erwähnte im Gespräch mit mehreren Unternehmern, wurde ein junger Mann ziemlich wütend. (Er hatte gerade geheiratet, vielleicht erklärt dies, warum er meine Aussage so persönlich nahm.) Ob ich denn davon ausginge, dass er seine Frau im Stich lassen wollen würde?

Nein, davon gehe ich nicht aus. Ich gehe lediglich von den Statistiken aus: 2015 war das Verhältnis von Eheschließungen zu Scheidungen 2:1, also auf knapp zwei Hochzeiten eine Scheidung (Statistisches Bundesamt). Das sind viele Scheidungen. Von den Gründen und Absichten der Parteien weiß ich nichts. Was ich aber weiß: Geld  und Besitz gehören (neben Kindern) zu den umstrittensten Punkten bei Trennungen. Und selten liegt den Partnern die Alterssicherung des anderen besonders am Herzen.

Doch auch unabhängig von Trennung und Scheidung: Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die Selbstständigkeit mit einem eigenen Unternehmen auch etwas damit zu tun hat, dass man unabhängig sein möchte – eben selbstständig. Und das impliziert aus meiner Sicht auch die Selbstständigkeit in finanziellen Dingen. Jetzt und in der Zukunft.

Möglicherweise hast Du während einer anfänglichen Arbeitszeit als Angestellte bereits einen kleinen Anspruch auf staatliche Rente erworben. Das wäre ein guter erster Schritt. Doch reicht dies i.d.R. nicht aus, um Deine Zukunft finanziell zu sichern.

Gute Zeiten – schlechte Zeiten

Kleinunternehmerregelung

Niemand möchte auf Spenden angewiesen sein, wenn er in die Selbstständigkeit geht

Unternehmer können einiges tun, um ihre finanzielle Zukunft abzusichern. In den seltensten Fällen ist dies allerdings der häufig erträumte lukrative Verkauf des eigenen Unternehmens just am selbstgewählten Ende der eigenen Lebens-Arbeitszeit. Und in noch selteneren Fällen funktioniert Alterssicherung „plötzlich“.

Unternehmer können auch einiges tun, um für schlechte Zeiten vorzusorgen – und schlechte Zeiten gibt es in jedem Geschäft, in jedem Markt, in jeder Branche. Auch in Deiner. Wie nackt und schutzlos Du dann im Regen stehst, entscheidest Du während der guten, oder sagen wir, während der besseren Zeiten.

Ich weiß, dass wir Selbstständigen und Unternehmer häufig dem schönen Schein erliegen und glauben, dass die Zeiten im Augenblick zwar nicht ganz schlecht sind, dass es aber morgen sicherlich besser wird. Und deshalb legen wir heute kein Geld zurück, weil wir morgen viel leichter viel mehr werden zurücklegen können.

Ich habe lange Zeit kein Geld zurückgelegt, weil ich dachte: Was ich jetzt sparen kann, ist so wenig, das lohnt nicht. Und dabei habe ich den Faktor Zeit völlig aus den Augen verloren. Zusammen mit der Macht der Gewohnheit und der Power von Zinseszins.

KleinunternehmerregelungHätte ich vor 30 Jahre begonnen, mein Vermögen aufzubauen, wäre mein Vermögen mittlerweile auf eine äußerst erquickliche Größe angewachsen. (Sagen wir, ich hätte monatlich nur 50 Euro zurückgelegt und bloß 3% Zinsen im Schnitt pro Jahr bekommen, wären daraus mittlerweile knapp 29.000 Euro geworden. Kein Großvermögen, aber ein gutes Eigenkapital-Polster für eine Immobilie.)  Stattdessen hatte ich mir angewöhnt, aufs Monatsende jeden Pfennig auszugeben, den ich zur Verfügung hatte – und nicht selten noch ein bisschen mehr. Wie teuer ein Kontokorrent ist? Darüber hatte ich mir keine Gedanken gemacht: Es „musste“ ja schließlich alles sein. Ich „brauchte“ ja alles wirklich, was ich mir gekauft hatte. Also: Ich kenne die Situation, ich kenne die Glaubenssätze, die Ausreden, die Gewohnheiten – und den Ausweg.

Dafür aber musste ich Verantwortung übernehmen. Und das musst Du ebenfalls tun. Verantwortung für Dich, Dein Leben, Deine Finanzen. Und so lautet mein dritter und letzter Rat: Lies den dritten Teil dieser Blog-Serie.

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