Kleinunternehmer – Dein „Logout“ aus der Umsatzsteuer?

Benita Königbauer, Steuerberaterin und Profit First Professional

Benita Königbauer zur Kleinunternehmer-Regelung

Großzügig ist er ja schon, der Gesetzgeber. Alle, die weniger als 17.500 € Umsatz machen, lässt er von der Umsatzsteuer-Angel… oder?

Die magischen 17.500 € sind für viele Gründer wahrscheinlich deshalb so verlockend, weil ihnen irgendwer erzählt hat, sie hätten dann kein „Umsatzsteuerproblem“.

Klingt ja auch gut, schließlich hast Du, wenn Du Dein Unternehmen gründest, noch ganz andere „Probleme“ und die meisten davon gehen mit einer beliebigen Form von Papierkram einher. Wenn Du Dir also einen dicken Batzen davon sparen kannst – noch dazu einen, der wegen der Nähe zum Finanzamt auch noch mit gepflegtem Magengrummeln einhergeht -, dann kann einem das schon mal wie ein echter Leckerbissen erscheinen.

Aber wie es so ist mit den besonders süßen Leckerbissen, meistens hängt ein Preisschild dran. Entweder in Form von versteckten Kalorien oder – im Fall der Kleinunternehmer-Regelung – in Form von versteckten Nachteilen.

Wo ist eigentlich das Problem?

Kleinunternehmer-Regelung

Viele Unternehmer sind nicht unbedingt begeistert von Papierkram …

Mal ganz abgesehen davon, dass die Umsatzsteuer überhaupt kein „Problem“ ist, wenn Du Dich locker machst, die Panik ausatmest und Dir einen kugelsicheren Workflow schaffst, der sich perfekt in Deinen Alltag integriert, ist ein „Logout“ aus dem Umsatzsteuersystem durch die Kleinunternehmer-Regelung in unserer heutigen digitalen Welt auch so gut wie unmöglich geworden.

Du magst zwar keine Umsätze von mehr als 17.500 € machen und die auch nur in Deutschland, doch das Umsatzsteuergesetz hält noch 1.001 weitere spannende Sachverhalte für Dich als (Klein-)Unternehmer bereit, deretwegen Du trotzdem eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben darfst. Zum Beispiel gilt die „Umkehr der Steuerschuldnerschaft“, die immer dann zur Anwendung kommt, wenn Du als inländischer Unternehmer von einem ausländischen Unternehmer eine Leistung beziehst, auch für Kleinunternehmer. Und, schwupps – musst Du Umsatzsteuer an das Finanzamt melden und bezahlen. Nur, weil Du ein Theme für Deine Website heruntergeladen, bei AppSumo eine Software gekauft oder bei einem österreichischen oder schweizer Anbieter einen Online-Kurs gebucht hast.

Bist Du ein umsatzsteuerpflichtiger  „Vollunternehmer“, kratzt Dich das in der Regel nicht besonders, denn Du ziehst im gleichen Atemzug die Vorsteuer wieder ab. Nullsummenspiel.
Als Kleinunternehmer darfst Du das dagegen nicht, also zahlst Du nicht nur das Theme, die Software oder den Kurs, sondern auch noch die deutsche Umsatzsteuer darauf an das Finanzamt. Und hast den Papierkram, den Du eigentlich vermeiden wolltest, trotzdem am Hals. Kein so gutes Geschäft, oder?

Wenn Du schon dabei bist …

Und es gibt noch einen weiteren Pferdefuß bei den vermeintlichen Vorteilen der Kleinunternehmerschaft: Die meisten denken, sie könnten dann fröhlich ihre Belegaufzeichnungen bis zur Erstellung der Steuererklärung vor sich hin prokrastinieren. War auch mal so. Ist es aber nicht mehr.

Belege-Chaos

Chaos in Deinen Belegen ist auch für Kleinunternehmer nach §19 UStG keine Option …

Denn die Finanzverwaltung hat mit den Richtlinien zu den neuen GoBD ziemlich detailliert Stellung dazu genommen, wie sie sich eine „geordnete Belegaufzeicnung“ vorstellt. Darin findet zum Beispiel das Wort „zeitnah“ einigermaßen verschwenderisch Verwendung. Und zeitnah bedeutet – je nach Sachverhalt – täglich, wöchentlich oder vielleicht gerade noch monatlich. Ganz gewiss jedoch nicht: „auf den letzten Drücker, im Zweitfolgejahr, nach mehrmaliger Aufforderung“.

Außerdem erwarten die Finanzhüter eine sogenannte „Verfahrensdokumentation“ von Dir (ja, auch von Dir als Kleinunternehmer). Das ist so etwas wie ein Qualitätsmanagement für Deine Belege oder auch der kugelsichere Workflow, den ich oben erwähnt hatte.

Jetzt kann man natürlich trefflich darüber streiten, ob man jeder Auffassung der Finanzverwaltung buchstabengetreu folgen muss, oder ob man sich in Einzelfällen auf die eigene Risiko-Resilienz und Verandlungskompetenz verlassen möchte, aber das ist hier nicht der Punkt. Fährst Du in Sachen Umsatzsteuer und Belegverwaltung U-Boot, steht da einfach Ärger drauf. Und den kannst Du Dir sparen.

Und mal ehrlich: Wenn Du sowieso zeitnah den ganzen Beleg-Zinnober anzettelst, kannst Du es auch gleich richtig machen und die Umsatzsteuer dabei mit abfrühstücken.

Das Thema Liquidität

Ein weiterer Nachteil der Kleinunternehmer-Regelung ist, dass die meisten von uns bei der Gründung recht ansehnliche Anlaufkosten haben. Viele davon enthalten Vorsteuer, in Deutschland oft 19%. Als umsatzsteuerpflichtiger Vollunternehmer kannst Du Dir diese sogenannten „Vorsteuern“ vom Finanzamt erstatten lassen. Das bringt Dir in der Gründungsphase einen erheblichen Liquiditätsvorteil, denn hängen bleiben bei Dir nur die Nettobeträge Deiner Anschaffunngen. Als Kleinunternehmer musst Du zusätzlich die enthaltene Umsatzsteuer stemmen. Das kann sich recht ordentlich auf Deine finanzielle Gründungsreichweite auswirken.

Hat die Kleinunternehmer-Regelung gar keinen Sinn?

Nicht, dass Du mich missverstehst, ich will gar nicht leugnen, dass die Kleinunternehmer-Regelung auch ihren perfekten Anwendungsbereich hat, nämlich die sogenannten „Mondschein-Gewerbe“. Das hat übrigens nichts mit „dunkel“ zu tun, sondern bezeichnet Tätigkeiten, sie meist nebem dem Hauptberuf als Angestellte, Mütter, Pfleger und ähnlichem ausgeübt werden. Zum Beispiel die Friseurin, die am Wochenende ab und zu mal Freundinnen die Haare schneidet, die Kosmetikerin, die drei Mal im Jahr bei Veranstaltungen Kinderschminken anbietet, oder der IT Crack, der abends gelegentlich Bekannten das Betriebssystem wieder glattzieht. Diese Gruppen wollen in der Regel, zumindest in absehbarer Zeit, nicht wachsen, haben so gut wie keine Kosten, aus denen sie Vorsteuer abziehen könnten und erfüllen gewöhnlich auch keinen der 1.001 Ausnahmetatbestände. In diesem Umfang wäre es deshalb glatte Verschwendung von Lebenszeit – sowohl beim Unternehmer, als auch beim Finanzbeamten – hier mit Formularen herumzuhampeln.

Die Frage ist: Bist Du das?

Kleinunternehmerregelung

Als Unternehmer musst Du dafür sorgen, dass die Finanzen stimmen.

Oder willst Du Dein Unternehmen aufbauen, so dass es in Zukunft gut für Dich, Deine Familie und die Familien Deiner Mitarbeiter sorgt? Dann kommst Du mit 17.500 € nicht weit, und es besteht aus meiner Sicht keine Veranlassung, Dir im Kopf eine künstliche Barriere zu schaffen, die Dich begrenzt und Deinen Erfolg behindert, nur weil Du jenseits der Grenze unsicheres Terrain befürchtest.

Du gründest ein Unternehmen? Oder baust gerade eines aus? Da hast Du sowieso gerade Deinen ganzen Mut, Schwung und Deine volle Motivation am Start! Lass Dich von ein bisschen Papierkram nicht ins Bockshorn jagen und mach gleich Nägel mit Köpfen.
Wie die „Großen“, denn Du bist nicht klein. Auch und schon gar nicht als Unternehmer 😉

Viel Erfolg!


Benita Königbauer ist Steuerberaterin und erste Profit First Professional Deutschlands. Das System Profit First hilft frischen und gestandenen Unternehmerinnen und Unternehmern, ihr Unternehmen auf eine gesunde finanzielle Basis zu stellen und fürderhin profitabel zu arbeiten. (Und natürlich haben wir das Buch zum System von Mike Michalowicz.)

 

Hilfen für Finanz-Hasen, Unterlagen-Messies und Zahlenphobiker

„Natürlich habe ich Dein Buch durchgelesen!“, sagte meine Freundin, wich dabei aber meinem Blick aus. Irgendwas stimmte hier nicht, ich wusste nur noch nicht genau, was. „Ich fand’s toll! …“ und noch immer mied sie meinen Blick. „Ehrlich!“ Ok, das setzte nun dem Faß die Krone auf… Wenn jemand in einem solchen Zusammenhang „ehrlich“ sagt, ist schon klar: alles gelogen! Melanie hatte also „Geld kann jeder!“ gelesen, den einfachsten Einstieg in Unternehmensfinanzen für Selbstständige und Kleinunternehmer, den ich mir vorstellen kann. Das Buch für all die Leute, die, wie ich vor bald fünfzehn Jahren, vor der Frage stehen, wie sie ihre Finanzen „gestalten“ sollen, wenn es gerade von der Hand bis in den Mund reicht – wenn überhaupt. Melanie war schon seit einigen Jahren selbstständig, kam aber finanziell auf keinen grünen Zweig. Sie hatte mein Buch mit Begeisterung entgegen genommen. Was sie von der Lektüre für sich übernommen hatte, bekam ich heute mit, da wir uns bei meinem Lieblings-Inder gegenüber saßen. Nichts hatte sie für sich übernommen. Und deshalb hatte sie ein schlechtes Gewissen. Richtig so!, dachte ich bei mir.

Ihre Einschätzung: Zu viel, zu komplex, zu aufwendig. Meine Frage: Was sie denn wirklich brauche?

Was einfacheres. Nur die Grundlagen. Die unausweichlichen.

Also habe ich mir überlegt, was unausweichlich ist, wenn die Finanzen stimmen sollen.

Die Unausweichlichen*

Bist Du ein Unterlagen-Messie?

Du bist wie Melanie, hast keinen Bock auf den ganzen Papierkram, verdienst zu wenig, um Dir einen eigenen Sekretär oder eine eigene Buchhalterin zu leisten? Deine Steuerberaterin unterstützt Dich? (Ganz wichtig, zumal ich Dir keine entsprechenden Beratung geben darf und auch nicht kann.) Du möchtest „alles richtig machen“, aber möglichst wenig dafür tun?

Dich mit folgenden Dingen einmal intensiv und dann jedes Jahr einmal auseinanderzusetzen, ist die absolute minimale Grundlage, um finanziell über die Runden zu kommen. Ich rate Dir, mehr zu tun, Dich intensiver mit Deinen Finanzen – unternehmerisch wie privat – zu befassen. Geld, das sind ja nicht bloß Zahlen auf dem Konto oder bunte Scheinchen und klingende Münzen. Geld eröffnet Möglichkeiten – nicht bloß Schnickschnack, Spaß und Spielzeuge, sondern richtige, echte Gestaltungsmöglichkeiten, Macht und Verantwortung.

Es geht hier nicht um Luxus …

Hier also das absolute Minimum:

  1. Subsistenz – das schöne lateinische Wort für „Von-der-Hand-in-den-Mund“. Ich bezeichne damit alles, was Du zum Bestreiten Deines Alltags brauchst – privat wie unternehmerisch.
  2. Krankenkasse – das unschöne deutsche Wort für eine im Grunde großartige Einrichtung. In Deutschland besteht Versicherungspflicht auch für Selbstständige. Mit anderen Worten: Brauchst Du!
  3. Steuern – das unschöne deutsche Wort für Deinen Beitrag zum Gemeinwohl. Straßen, Krankenhäuser, Polizei, Bildung und vieles mehr! Danke für Deinen Beitrag! (Und wehe, wenn nicht!)
  4. Zukunft – Altersvorsorge,  Vermächtnis, Vermögen. Wie auch immer Du es nennen magst: Für Deine Zukunft musst Du vorsorgen!
  5. Wohltätigkeit – Geben gehört zum Leben!

Diese fünf Dinge gehen wir im Folgenden einzeln durch.

Subsistenz

Damit Dein Laden – und Dein Leben – läuft, brauchst Du Geld. Du musst herausfinden, wie viel. Und dann die Kosten senken. Und flexibel bleiben, denn es kann Schwankungen geben.

Einmal

Setz Dich mit Deinen Kontoauszügen – privat wie geschäftlich – hin und ermittle Deinen Bedarf. Die Verbraucherzentralen bieten Unterstützung in diesem Bereich. Und natürlich gibt es auch online-Tools und Apps. Mir ist es immer ein bisschen unangenehm, wenn mir Apple oder Google solche Tools zur Verfügung stellen – aber es gibt diese Tools und wenn Du sie nutzen möchtest, tu’s. Drei Monate solltest Du Dir beispielhaft mindestens anschauen (besser zwölf), achte aber darauf, dass Du auch jährliche und halbjährliche Kosten (z.B. Versicherungen) auf dem Schirm hast.

Du brauchst einen Überblick über Deine Ausgaben. Im nächsten Schritt prüfst Du, welche Ausgaben Du in Zukunft nicht mehr zu tätigen brauchst. Was kannst Du weglassen? Wo kannst Du billiger wegkommen?

Den Betrag, den Du zum Leben brauchst, musst Du erwirtschaften können. Wenn nicht, brauchst Du einen Plan B. Und denk daran: Die betrieblichen Kosten sind steuerlich absetzbar – aber Deine privaten Kosten sind dies in der Regel nicht. Geld, das Du aus Deinem Unternehmen für Dich privat nutzt, ist im Zweifel Teil Deines Unternehmensgewinns und wird besteuert!

Am besten ist, Du splittest Dein regelmäßiges Einkommen auf: Ein Teil geht auf Deine Girokonten (privat/Unternehmen), ein Teil geht auf Deine Rücklagenkonten (privat/Unternehmen). Dort sammelst Du zum Beispiel für größere Anschaffungen (privat: Waschmaschine, Urlaub/ Unternehmen: neues Inventar, größere Produktions-/Reise-/Werbekosten). WAS, vier Konten?! Was das wieder kostet!

Nicht viel: Es gibt auch für Unternehmen Girokonten, für die keine Grundgebühr anfällt, sondern nur niedrige Gebühren für Transaktionen (Überweisungen, Daueraufträge usw.). Tagesgeldkonten gibt es bei einigen Direktbanken gebührenfrei.

Ich nutze für einmalige, außergewöhnliche Einnahmen diesen Aufteilungsplan (Excel-Sheet).

Alle Jahre wieder

Prüfe, ob Du mit dem von Dir ermittelten Betrag regelmäßig auskommst. Dein Girokonto sollte regelmäßig im Plus sein. Bist Du kurz vor Ende eines jeden Monats am Ende Deines Geldes, musst Du erneut schauen, wie Du Kosten senken und Einnahmen erhöhen kannst. Oder Plan B bemühen.

Krankenkasse

Ohne Krankenkasse geht es nicht. Such Dir die günstigste Möglichkeit, beachte Deine speziellen Bedarfe (Zähne, Augen). Krankenkasse gehört zu den Ausgaben, die Du regelmäßig tätigen musst.

Steuern

Noch so’n Ding: Ohne geht es nicht. Hör auf zu jammern und zu zetern: Finde Dich damit ab. Sieh zu, wie Du Deine Steuerlast möglichst niedrig hältst und halte Dich fern von „tollen Tricks“ und allzu „fantasievollen Gestaltern“. Damit Du Deine Steuern immer und pünktlich zahlen kannst, kannst Du aus Deinen eigenen Erfahrungswerten bzw. mit Unterstützung Deines Steuerberaters ermitteln, wie viel in etwa regelmäßig auf Dich zukommt. Leg Dir ein eigenes (Tagesgeld-)Konto für regelmäßige Steuerrücklagen an und gewöhne Dir an, aus jeder Einnahme Geld aufs Steuerkonto zu legen. Dann erschlägt es Dich nicht eines Tages aus heiterem Himmel.

Zukunft

Die Zukunft schreit nicht, schickt Dir keine Mahnungen und verhängt bei Vernachlässigung keine Strafen. Das ist schlecht. Denn Du brauchst regelmäßige Einzahlungen auf Deine Zukunft. Wenn Du als Selbstständige kein Vermögen aufbaust, wirst Du mit dem Ende Deiner erwerbstätigen Zeit auf staatliche Almosen angewiesen sein – oder auf das Wohlwollen Deines kleinen Bruders Klaus und – schlimmer noch – Deiner Schwägerin Agathe. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Du das möchtest!

Wohltätigkeit

Zu einem freudvollen und erfüllten Leben gehört Geben dazu. Geben markiert weit mehr als Nehmen Deinen Platz in der Welt, Deine Zugehörigkeit. Geben kann Dir helfen, Deinem Lebenssinn näher zu kommen.  Wenn Du (fast) gar kein Geld hast, dann gib wenig Geld. Vielleicht kannst Du Deine Zeit einsetzen. Wenn Du 10% von Deinen Nettoeinnahmen spendest, sparst Du weitere Steuern und Du bekommst ein besseres Gefühl für Deinen eigenen Reichtum.

Aber Achtung: Wer mehr gibt, als er sich leisten kann, ist bald nicht mehr in der Lage zu geben.

Plan B

Wenn Du mit dem Geld, das Du durch Deine Selbstständigkeit erwirtschaftest überhaupt nicht auskommst, musst Du Dir etwas überlegen. In „Geld kann jeder!“ habe ich Steven Wilkinson interviewt. Er erläutert, wie an der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) abzulesen ist, ob das Geschäftsmodell stimmt. Bist Du  notorisch in den Miesen, könnte es daran liegen. Wenn Du weißt, wo das Problem liegt, kannst Du es lösen. Wenn Du es nicht weißt, wird es schwierig.

Viel und hart zu arbeiten, um am Ende unterbezahlt, verschuldet und frustriert zu sein, ist nicht die Art von Selbstständigkeit, zu der ich raten würde. Plan B könnte sein, einen Job zu suchen und möglicherweise nebenher die Selbstständigkeit weiterzuführen – oder auch den Laden zuzumachen.

Dies nur der Vollständigkeit halber. Denn hier ging’s uns ums Unausweichliche mit Blick aufs Geld.

… und das reicht?

Nein, das reicht natürlich nicht! Das ist ein Anfang. Ein Anfang für Dich, damit Du Dich nicht verlierst in den endlosen Weiten der Finanzwelt. Zum einen brauchst Du ein Minimum an Versicherungen für die grundlegenden Lebensrisiken (Haftpflicht, Hausrat, bei wirtschaftlich Abhängigen: Lebensversicherung, Berufsunfähigkeit sowie ggf. die ein oder andere Versicherung für Deinen Laden). Du brauchst ein Minimum an Finanzbildung, um investieren zu können: Dein Geld soll schließlich nicht auf der faulen Haut liegen. Und Du könntest Dich  mal mit der Frage auseinandersetzen: Warum Du keine Lust hast, Dich mit Geld und Finanzen mit größerer Freude zu befassen. Wie oben angesprochen: Geld kann sowohl für Sicherheit als auch für Freiheit hilfreich sein, Dir Türen öffnen und Möglichkeiten erschaffen. Ich meine nicht, dass Du mit dem Arbeiten „aufhören“ solltest, sobald Du genug Geld beieinander hast – das würde mir im Traum nicht einfallen, denn ich liebe, was ich tue. Aber nicht abhängig zu sein davon, dass Du Tag für Tag ackerst, um ein Einkommen zu haben, wäre das nicht ein erstrebenswertes Ziel? Das bedeutet Arbeit mit Deinen Glaubenssätzen. Einen Anfang dazu findest Du im Buch „Geld kann jeder!“ und ein bisschen Material kostenlos auf der Webseite.

 

* Wenn Du aber doch ein bisschen mehr für Deine finanzielle Unternehmenssituation tun möchtest, auf einem grünen Zweig leben und arbeiten möchtest, dann schau doch mal, ob das von Mike Michalowicz entwickelte System Profit First für Dich geeignet ist. (In Deutschland wird es von der Profit First Professional Benita Königbauer betreut.) Es ist am Start etwas aufwendiger, aber wenn es einmal läuft, wird es Dich treu in eine finanziell abgesicherte Zukunft führen. Wenn Du Dich einlesen möchtest: Ich habe das Buch ins Deutsche übersetzt.

 

Geldwert-Finanz.de und die Kleinunternehmer

Was meine Freundin Anette Weiß zur Kleinunternehmer-Regelung sagt:

Kleinunternehmer-Regelung

Klein anfangen, … aber dann…!

Das Finanzamt liebt Kleinunternehmer. Eine gewisse Sorte Ehemann liebt Kleinunternehmerinnen. Nebenher-Gewerbetreibende lieben es, Kleinunternehmer zu sein. Hauptberufliche Mütter lieben es, mit ihrem Kleinunternehmen die Familienkasse aufzubessern. Und Unternehmer, die ihr Gewerbe in Richtung Rente führen, lieben es, das in aller Ruhe als Kleinunternehmer zu tun.

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Vom Finanz-Hasen zum Kapital-Hirsch

Kleinunternehmer nach §19 UStG: Mein Rat #3 für die Selbstständigkeit auf kleinem Fuß

 

Übernimm die volle Verantwortung für Deine gegenwärtigen und zukünftigen Finanzen

KleinunternehmerregelungJa, ich weiß: Das kann schmerzhaft sein. Als ich begann, mich intensiver mit Unternehmensfinanzen und finanzieller Verantwortung für mich selbst auseinander zu setzen, hatte ich Schulden und ich gab monatlich mehr aus, als ich einnahm.

Das alles war doof. Es war unangenehm. Doch das war nicht das Schlimme. Schlimm war, dass ich mich nachts von einer Seite auf die andere wälzte und mich sorgte. Nicht um meine finanzielle Zukunft. Sondern um meine aktuelle finanzielle Situation.

Das war noch doofer und noch unangenehmer – doch das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste an dieser Situation war, dass ich mich ungemein schämte. So sehr, dass ich mich niemandem anvertrauen mochte. Wenn ich gelegentlich entsprechende Bemerkungen als Versuchsballons aufsteigen ließ, meldeten mir meine Gesprächspartner regelmäßig zurück, dass es ihnen finanziell bestens ginge – vielen Dank! Und zwar schon immer. Schon seit Gründung. Oder eigentlich noch länger. Geld war noch nie ein Problem gewesen.

Als ich meinen ersten Sparplan aufsetzte, begann ich mit 50 Euro monatlich – und hatte Sorge, ob ich das auf Dauer würde durchhalten können.

Aber das war der Anfang einer neuen Gewohnheit. Der Gewohnheit, mehr einzunehmen als auszugeben und die Differenz zu sparen. Das Gesparte dann zu investieren, um dieses Geld zu mehren, das war der nächste Schritt. Und ein weiterer Schritt war, viel zu lernen, um in unterschiedliche Vermögensklassen investieren zu können. Dieses Investieren, das waren dann die nächsten Schritte.

2009 hatte ich mir auf meinen Ziele-Zettel geschrieben „Finanzexpertin werden“. Und 2015 erschien mein erstes Finanzbuch „Geld kann jeder“ für Klein-Unternehmer und Selbstständige. Doch dies ist eine Reise, eine Entwicklung. Ich bin sehr dankbar für das, was ich bislang gelernt, erfahren, erreicht habe und weitergeben durfte. Und natürlich soll die Reise weitergehen.

Was ich nur sagen möchte damit: Ich weiß, wo sich mein §19 UStG-Kleinunternehmer befindet, mit dem ich im ersten Teil der Blog-Reihe telefoniert hatte. Der junge Mann, der mir erzählte, dass er seit Jahren selbstständig ist und nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr macht. Und ich kenne den Weg raus aus dieser Situation. Der Weg ist nicht „schwierig“ im Sinne von „Du-musst-unglaublich-intelligent-und-super-fleißg-Sein“. Der Weg ist nur schwierig, weil Du Deine Gewohnheiten ändern musst, um von einer Subsistenz – von der Hand in den Mund – zu einer echten Existenz zu gelangen, die Dir erlaubt, auch Deine finanzielle Zukunft selbst zu gestalten. Bevor Du Deine Gewohnheiten ändern kannst, musst Du Dir Dein Verhalten bewusst machen. Und bevor das gut funktionieren kann, musst Du die dahinterliegenden Gefühle und Glaubenssätze kennen und – vermutlich – ändern.

KleinunternehmerregelungDas ist viel Arbeit. Impulse dazu findest Du im zweiten Teil von „Geld kann jeder“. Und wenn Du Unterstützung brauchst auf diesem Weg, solltest Du Dir einen Coach suchen.

Natürlich kannst Du Dich auch an mich wenden.

Ob mein Telefonpartner sich auf den Weg machen wird? Ich weiß es nicht: Ich hoffe es sehr für ihn!

Profit First Sommercamp: Schnell einsteigen!

Benita Königbauer, Profit First Professional Deutschlands

Profit First ist unser Bestseller von Mike Michalowicz. Doch das Buch ist Programm und das Programm Profit First wird in Deutschland betrieben von der Profit First Professional Benita Königbauer. Und Benita bietet das erste deutsche Profit First Sommercamp an. Online. Mit Impulsen, Materialien, Experten-Begleitung und Community.

Neben Benita stehen noch zwei weitere Expertinnen für Fragen und Klärungen zur Verfügung. Und budrich Inspirited gibt noch eine kleine Überraschung für alle Teilnehmenden dazu.

Also: Nix wie hin!

… für die Zukunft zu wenig

Kleinunternehmer nach §19 UStG: Mein Rat #2 für die Selbstständigkeit auf kleinem Fuß

Mein Rat #1 zur Selbstständigkeit auf kleinem Fuß lautete: Bleibe nicht Kleinunternehmer nach §19 UStG. Denn 17.500 Euro Umsatz pro Jahr sind zu wenig, um als AlleinverdienerIn gut zu leben – und, wie wir heute sehen werden, zu wenig, um gut für die Zukunft vorzusorgen.

Ein Ehemann ist keine Altersvorsorge

… eine Ehefrau natürlich auch nicht. Als ich dies mal erwähnte im Gespräch mit mehreren Unternehmern, wurde ein junger Mann ziemlich wütend. (Er hatte gerade geheiratet, vielleicht erklärt dies, warum er meine Aussage so persönlich nahm.) Ob ich denn davon ausginge, dass er seine Frau im Stich lassen wollen würde?

Nein, davon gehe ich nicht aus. Ich gehe lediglich von den Statistiken aus: 2015 war das Verhältnis von Eheschließungen zu Scheidungen 2:1, also auf knapp zwei Hochzeiten eine Scheidung (Statistisches Bundesamt). Das sind viele Scheidungen. Von den Gründen und Absichten der Parteien weiß ich nichts. Was ich aber weiß: Geld  und Besitz gehören (neben Kindern) zu den umstrittensten Punkten bei Trennungen. Und selten liegt den Partnern die Alterssicherung des anderen besonders am Herzen.

Doch auch unabhängig von Trennung und Scheidung: Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die Selbstständigkeit mit einem eigenen Unternehmen auch etwas damit zu tun hat, dass man unabhängig sein möchte – eben selbstständig. Und das impliziert aus meiner Sicht auch die Selbstständigkeit in finanziellen Dingen. Jetzt und in der Zukunft.

Möglicherweise hast Du während einer anfänglichen Arbeitszeit als Angestellte bereits einen kleinen Anspruch auf staatliche Rente erworben. Das wäre ein guter erster Schritt. Doch reicht dies i.d.R. nicht aus, um Deine Zukunft finanziell zu sichern.

Gute Zeiten – schlechte Zeiten

Kleinunternehmerregelung

Niemand möchte auf Spenden angewiesen sein, wenn er in die Selbstständigkeit geht

Unternehmer können einiges tun, um ihre finanzielle Zukunft abzusichern. In den seltensten Fällen ist dies allerdings der häufig erträumte lukrative Verkauf des eigenen Unternehmens just am selbstgewählten Ende der eigenen Lebens-Arbeitszeit. Und in noch selteneren Fällen funktioniert Alterssicherung „plötzlich“.

Unternehmer können auch einiges tun, um für schlechte Zeiten vorzusorgen – und schlechte Zeiten gibt es in jedem Geschäft, in jedem Markt, in jeder Branche. Auch in Deiner. Wie nackt und schutzlos Du dann im Regen stehst, entscheidest Du während der guten, oder sagen wir, während der besseren Zeiten.

Ich weiß, dass wir Selbstständigen und Unternehmer häufig dem schönen Schein erliegen und glauben, dass die Zeiten im Augenblick zwar nicht ganz schlecht sind, dass es aber morgen sicherlich besser wird. Und deshalb legen wir heute kein Geld zurück, weil wir morgen viel leichter viel mehr werden zurücklegen können.

Ich habe lange Zeit kein Geld zurückgelegt, weil ich dachte: Was ich jetzt sparen kann, ist so wenig, das lohnt nicht. Und dabei habe ich den Faktor Zeit völlig aus den Augen verloren. Zusammen mit der Macht der Gewohnheit und der Power von Zinseszins.

KleinunternehmerregelungHätte ich vor 30 Jahre begonnen, mein Vermögen aufzubauen, wäre mein Vermögen mittlerweile auf eine äußerst erquickliche Größe angewachsen. (Sagen wir, ich hätte monatlich nur 50 Euro zurückgelegt und bloß 3% Zinsen im Schnitt pro Jahr bekommen, wären daraus mittlerweile knapp 29.000 Euro geworden. Kein Großvermögen, aber ein gutes Eigenkapital-Polster für eine Immobilie.)  Stattdessen hatte ich mir angewöhnt, aufs Monatsende jeden Pfennig auszugeben, den ich zur Verfügung hatte – und nicht selten noch ein bisschen mehr. Wie teuer ein Kontokorrent ist? Darüber hatte ich mir keine Gedanken gemacht: Es „musste“ ja schließlich alles sein. Ich „brauchte“ ja alles wirklich, was ich mir gekauft hatte. Also: Ich kenne die Situation, ich kenne die Glaubenssätze, die Ausreden, die Gewohnheiten – und den Ausweg.

Dafür aber musste ich Verantwortung übernehmen. Und das musst Du ebenfalls tun. Verantwortung für Dich, Dein Leben, Deine Finanzen. Und so lautet mein dritter und letzter Rat: Lies den dritten Teil dieser Blog-Serie.

Kleinunternehmer nach §19 UStG: Was meinst Du?

KleinunternehmerUm einen guten Überblick darüber zu bekommen, wie Selbstständige und UnternehmerInnen über die Kleinunternehmer-Regelung nach §19 UStG denken, würde ich Dich gern um Deinen Input bitten: Wie siehst Du das? Wie ist es bei Dir, bei Deinen Freunden und Bekannten? Was hast Du gemacht? Würdest Du es genau so machen, wenn Du noch einmal anfangen würdest? Fragen über Fragen! Und Deine Antwort ist es, auf die ich gespannt bin!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir ein paar Zeilen dazu schickst, dazu einen Link auf Deine Webseite, ein Porträtfoto von Dir und ein paar – zwei, drei, vier – Sätze zu Deinem Unternehmen.

Ich stelle dann die unterschiedlichen Positionen zusammen und veröffentliche die Zusammenstellung nach dem Sommer hier.

Danke fürs Mitmachen – und danke fürs Teilen!

Zum Sterben zu viel ….

Kleinunternehmer nach §19 UStG: Mein Rat #1 für die Selbstständigkeit auf kleinem Fuß

„Pass mal auf: Die Zahlen, mit denen Du in Deinem Buch „Geld kann jeder“ rechnest, sind absurd. Das, was Du da als monatliche Einnahmen zugrundelegst – das verdiene ich im Jahr!“ Mein Gesprächspartner war nicht sonderlich genervt. Nur irgendwie in sein Schicksal ergeben. Seine Frau hat ein konstantes – sicher nicht üppiges – Einkommen. Er verdient mit seiner Selbstständigkeit dazu. Und von mir wollte er wissen, ob ich „Geld kann jeder“ um ein kleines Kapitel ergänzen könne: Finanztipps für Kleinunternehmer nach der Kleinunternehmerregelung nach §19 Umsatzsteuergesetz, die keine Mehrwertsteuer an den Fiskus abführen müssen. Diese Wahlmöglichkeit besteht für Unternehmer bis zu einem Jahresumsatz von 17.500 Euro (Stand 1.6.2017).

Leider hat mein Gesprächspartner keinen großen Spaß an Zahlen. Die Buchhaltung findet sich – wie bei vielen Selbstständigen – im berühmten Schuhkarton. Die Sachbearbeiterin im Steuerbüro hat die Aufgabe, auf Termine und Steuern aufzupassen.

Zu welchen grundlegenden Finanzinstrumenten würde ich raten?

Mein erster Rat wäre:

Wenn Du von dem leben musst, was Du tust: Bleibe kein Kleinunternehmer nach §19 UStG!

Ja, ja, ich höre schon den Aufschrei: „Was soll ich denn machen?!“ „Mehr kann man in meinem Bereich nicht verdienen, wenn man …  (setze hier irgendetwas ein)!“ „Ich brauche nicht mehr Geld, warum sollte ich mich krumm machen?!“

Gut, fein. Du kannst machen, was Du möchtest! Mir ist das egal. Ich kann Dir aber sagen, warum ich Dir raten würde, größer zu denken. Und dazu müssen wir etwas tun, was Dir vermutlich nicht gefällt: Wir müssen rechnen.

Wir gehen mal die Posten durch, die in Deinem Leben und in Deinem im Unternehmer-Leben für gewöhnlich auf dem Zettel stehen.

Um Zahlen zu verstehen, hilft rechnen

Du bist darauf gedrillt, Dich ganz sparsam von ganz wenig Geld zu ernähren und kaufst Kleidung im Secondhandshop und auf dem Trödelmarkt (da gibt es tolle Sachen für wenig Geld!).  In Deutschland gilt 2017 für einen alleinstehenden Erwachsenen der Regelbedarf in Höhe von 409 Euro pro Monat. Das sind im Jahr 4.908 Euro. Sagen wir mal, Du kommst damit hin für Essen und Kleidung. Statt Urlaubsreisen stellst Du die Möbel um, die Du vom Sperrmüll besorgst, wenn Du zu einem Geburtstag gehst, bringst Du originelles Selbstgeklöppeltes mit.

In diesen 409 Euro pro Monat ist allerdings noch kein Geld für Miete und Nebenkosten enthalten. Sagen wir, Du wohnst nicht in München, brauchst weder viel Strom, noch Wasser und heizt nur, wenn das Thermometer unter -10 Grad sinkt … Das Sozialamt zahlt je nach Region rund 300 Euro plus Nebenkosten fürs Wohnen dazu. Lass uns also davon ausgehen: Du gibst pro Jahr nur rund 3.600 Euro fürs Wohnen aus.

KleinunternehmerregelungAls Selbstständiger kommt allerdings die  Krankenkasse noch obendrauf. In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht: Du kommst da nicht drum herum. Solltest Du die originelle Idee haben, dass Du so gesund bist, dass Du keine Krankenkasse brauchst, möchte ich Dich warnen: Früher oder später wird eine Krankenkasse auf Dich aufmerksam. Und wenn man dort feststellt, dass es Unregelmäßigkeiten bei Deinem Versicherungsverlauf gibt, wird es ungemütlich. Mir hat mal eine Fachfrau gesagt: „Vor dem Finanzamt braucht man keine Angst zu haben – im Vergleich …!“

Für Selbstständige gibt es in der Anfangszeit vergünstigte Tarife, doch schon nach relativ kurzer Zeit schlägt die Krankenkasse mit mindestens 300 Euro pro Monat zu Buche. Macht pro Jahr 3.600 Euro. Da ist aber noch kein Zahnersatz enthalten, Du musst viele Möhren essen, um keine Brille zu brauchen und auch sonst solltest Du Dir Deine Gesundheit besser nichts weiter kosten lassen.

Denn wir sind mit diesen drei Posten bereits bei einem Jahresbetrag von über 12.000 Euro. Bis zur Jahresumsatzgrenze von 17.500 Euro bleiben noch 5.500 Euro – weniger als 500 Euro pro Monat. Und Du hast keinen fahrbaren Untersatz, keinen Besuch bei Deinen Eltern. Ein romantisches Dinner sollte besser im Park stattfinden. In den 12.000 Euro sind viele Kosten nicht enthalten, die mit Deinem Unternehmen – abhängig von Deiner Tätigkeit – zu tun haben:  Büro, PC, Drucker, Telefon, Webseite, Werbung, Materialkosten, Lieferanten, Vertriebskosten, Steuerberater, Versicherungen, Netzwerk-, Kunden- und sonstige Veranstaltungen usw.

Und dann gibt es noch die Steuern. Auf die Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit bzw. Einnahmen aus Deinem Gewerbe darfst Du Einkommenssteuer abführen. Der Grundfreibetrag liegt aktuell bei rund 8.600 Euro.

Das bedeutet: Wenn Dein Unternehmen wirklich mit ganz wenig Geld auskommt – sagen wir 600 Euro pro Jahr  –, Du aber um die 17.500 Euro einnimmst, dann musst Du auch von diesen Einnahmen noch ordentlich Steuern zahlen.

Hast Du höhere Aufwendungen für Deine Selbstständigkeit, dann stehen die Chancen gut, dass Du noch weniger Geld zum Leben hast.

KleinunternehmerregelungIch denke, dass heute Vieles möglich ist: kostenlose Webseiten (mit Werbung des Anbieters), extrem preiswerte Infrastruktur (Telefon, Computer etc.), Arbeiten im öffentlichen Raum (in einem Café oder einer Bibliothek, dann brauchst Du kein eigenes Büro), webbasierte Werbung (mit Templates und ohne Druckkosten sparst Du so Einiges) und ein nahezu „unbemerkter“ Vertrieb durch Großanbieter ohne große Nebenkosten. Zudem ist es möglich, die eigene Buchführung inklusive Jahresabschluss und Steuererklärungen selbst zu machen.

Klar geht das alles. Auch wenn sich das für mich nicht sonderlich erstrebenswert anhört. Doch wir haben noch einen großen Kosten-Posten vergessen: Die Kosten für die  Zukunft.

Der Kleinbetrieb nach §19 UStG hat „keine Zukunft“

Die ersten Posten, die für gewöhnlich bei einem engen Budget hinten runterfallen, sind die Kosten für die Zukunft: Ein Notgroschen und der Vermögensaufbau bzw. die Altersvorsorge.

Nicht selten fällt es schwer bei knapper Finanzlage, Geld für die später fällig werdende Steuer zurückzulegen. In meinem Buch schildere ich, wie der eine oder die andere versucht, Steuern nachträglich zu senken bzw. zu umgehen. Ich kann das nicht empfehlen. Klug wirtschaften und dabei Steuern sparen – klar. Aber tricksen? Auf keinen Fall!

Die Steuer hat den Vorteil, dass sie bzw. das Finanzamt sich von allein meldet. Das Finanzamt sitzt nicht über Jahre und Jahrzehnte friedlich in der Ecke und zuckt mit den Achseln, falls von Dir kein Geld kommt. Es meldet sich mit spürbaren Forderungen.

Anders Dein Notgroschen und Deine Altersvorsorge. Kein nicht vorhandenes Finanzpolster schickt Dir Zahlungsaufforderungen und Mahnungen. Keine Altersvorsorge beschwert sich, weil Du sie ignorierst.

Auch wenn es Dir überhaupt nicht schmeckt: Du musst hier aktiv werden. Dringend!

Wenn Du Dich jetzt lächelnd zurücklehnst und sagst, dass Deine Frau ja Rente beziehen wird oder Dein Mann und dass Ihr besprochen habt, Euch das zu teilen, wäre es ungünstig, Deine oder Eure Zukunft darauf zu gründen.

Mein zweiter Rat wäre daher:  Lies einfach den nächsten Blog-Post

ISBN – Brauch ich … ?

ISBNIn manchen Fällen – so steht es auch in meinem Buch „Schreib Dich an die Spitze!“ zu lesen – ist Selfpublishing ein guter Weg. Nicht für jede Publikation ist ein Verlag notwendig oder auch überhaupt sinnvoll.

Gelegentlich höre ich Dinge wie „Ich hatte keinen Bock auf einen Verlag: Ich mag mir nämlich nicht reinreden lassen!“ Dann ist es dennoch sinnvoll, sich von Profis beraten und begleiten zu lassen. Denn allein das Schreiben, das die Schule uns lehrte, ist nicht ausreichend, um ein gutes Buch zu verfassen. Ob die Publikation im Selfpublishing oder mit Verlag erfolgen sollte, ist eine zweite Entscheidung.

Auch das Argument „Ich wollte das gar nicht so professionell …“, erscheint mir nicht überzeugend: Wer ein Buch veröffentlicht, wird als „professionell“ einsortiert. Wird das Buch dem nicht gerecht, kann es sogar den eigenen Ruf schädigen. Ob es sich in diesem Falle anbietet, mit oder ohne Verlag zu publizieren, sollte nach dem eigenen langfristigen Ziel und der eigenen Strategie entsprechend beantwortet werden.

Und eine ISBN: Ist die notwendig? Darüber gibt der Post auf www.selfpublisherbibel.de Auskunft.